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Sie befinden sich hier: ADLER Presse Archiv |  | Rot werden ... aus evolutionärer Sicht
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Laufen Sie manchmal vor Wut rot an? Dann gehören Sie zu den evolutionären Gewinner-Typen. Was versteht man unter Evolution? Lebewesen mit den besseren Überlebensstrategien pflanzen sich fort und geben damit ihre Gene an die Zukunft weiter. Wenn Emotionen sich auf der Gesichtshaut abzeichnen, dann sind dies wichtige Informationen über unser Gegenüber. Die These kalifornischer Forscher: Unsere Urahnen haben das Farben sehen gelernt, um die Flucht zu ergreifen, wenn das Alpha-Männchen vor Wut rot anläuft. Oder um zu helfen, wenn ein Familienmitglied vor Angst erbleicht. Der Teint verrät alles. |  |
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Reife Früchte
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Nathaniel Dominy und Peter Lucas von der Universität Hongkong widerlegten mit ihren Studien an 97 Affenporträts verschiedener Primatenarten eine hundertjährige Theorie. Bisher gingen die Forscher davon aus, dass das Drei-Farben-Sehen den Tieren half, reife Früchte im grünen Laub leichter zu erkennen. Doch nicht alle Affen fressen ausschliesslich Obst. Und unter solchen, die sich nur von Obst ernähren, gibt es sowohl Arten, die über zwei Zapfen im Sehapparat verfügen wie auch über drei Zapfentypen.
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Nackte Haut
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Auf diesen Widerspruch verweisen auch die Forscher. Sie sind der Ansicht, das Drei-Farben-Sehen habe sich entwickelt, um Hautverfärbungen bei den Artgenossen zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Die Porträts haben es belegt: Wer gut Farben sieht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch unbehaarte Körperstellen. Denn nur nackte Haut verrät die Gefühlslage ihres Trägers. Und tatsächlich sind die Farbsinneszellen auf der Netzhaut von Primaten und Menschen perfekt dazu geeignet, die Verfärbungen des Teints wahrzunehmen – und zwar unabhängig von der eigentlichen Hautfarbe. Denn bei allen Hauttypen kreist derselbe rote Farbstoff in den Adern, das Hämoglobin. Sauerstoffarmes Blut in den Venen schimmert bläulich, sauerstoffreiches Blut in den Arterien hingegen rot. Diese Farbschwankungen spielen sich genau in dem Bereich ab, in dem unsere Wahrnehmung am schärfsten ist.
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Rot-Grün-Sehschwäche
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Menschen und eine Reihe von Affen besitzen drei Typen von Zapfen, die für das Farbensehen zuständig sind: Die S-Zapfen mit der höchsten Empfindlichkeit bei kurzwelligem, blauen Licht. Der M-Typ bei grünem Licht und der L-Typ bei langwelligem, rotem Licht. Die meisten anderen Säugetiere besitzen nur zwei Zapfen-Typen. Bei den Menschen scheint hingegen der Überlebensvorteil der Rot-Grün-Unterscheidung zu immer mehr schwinden. Fast jeder zehnte Mann hat eine Rot-Grün-Sehschwäche, die auf dem Y-Chromosom vererbt wird. Da wir nicht mehr zum Obst und Blätter suchen im Dschungel unterwegs sind, lässt der Selektionsdruck nach. |  |
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Pokerface
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Dennoch kann es ein Vorteil sein, die Gefühlsregungen des Chefs zu erkennen und sein Verhalten daran zu orientieren. Es müssen ja nicht die Unterwerfungsgesten sein, wie wir sie aus dem Tierreich kennen. Gehört der Gesprächspartner allerdings in die Kategorie der Pokerfaces, nützt auch das Drei-Farben-Sehen nichts mehr. So darf weiter darüber spekuliert werden, welchen tieferen Sinn unsere ausgeprägte Farbwahrnehmung macht. Jede Farbe entspricht einem ganz bestimmten Strahlungswert und damit auch Energiepotential. Wer Farben differenziert unterscheidet, kann individuell für sich genau die Bereiche zusammenstellen, die der Körper braucht. Seien dies nun Lebensmittel, wo bestimmte Farben mit bestimmten Inhaltsstoffen konform gehen, oder eine farblich individuell abgestimmte Raumgestaltung. Denn Farben wirken immer. |  |
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Claudia M. Berghofer
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Silke Artner
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