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wie Lebensmittelfarben uns austricksen
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„Das Auge isst mit“ – in dieser Volksweisheit liegt mehr Wahrheit, als den Wissenschaftlern bislang bewusst war. Die Studie von US-Forscher Brian Wansink, Ernährungswissenschaftler an der University of Illinois at Urbana-Champaign, und seiner Kollegin Barbara E. Kahn belegt, dass wir von bunten Nahrungsmitteln deutlich mehr zu uns nehmen als von unbunten. Süß, salzig, fett – was in der Steinzeit das Überleben sicherte, lässt heute die Sterberaten nach oben schnellen. Farben steuern unser Essverhalten, doch die Lebensmittelindustrie trickst unsere Instinkte aus. Eine Farbpsychologin kombiniert verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse. |  |
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Süß und bunt
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Kinder lieben Süßigkeiten und das nicht ohne Grund. Der im Wachstum befindliche Körper benötigt besonders viele Vitamine. Diese kommen in der Natur vor allem in Früchten vor. In leuchtenden Beeren, roten Äpfeln, gelben Birnen – in bunten Köstlichkeiten, die immer auch süß schmecken. Die Lust auf Süßes – ein archaischer Hinweis auf Vitaminbedarf.
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Überflussgesellschaft
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Die vielen bunten industriell gefertigten Süßigkeiten befriedigen zwar unsere Lust auf Zucker. Nicht jedoch das dahinter stehende Bedürfnis nach Vitaminen. Und selbst wenn wir Früchte zu uns nehmen, die zu früh geerntet, zu lange gelagert oder mit Chemikalien behandelt wurden, haben wir längst keine Garantie, dass wir das aufnehmen, was der Körper eigentlich braucht. So verlangt der Körper immer mehr, weil nicht mehr die Inhaltsstoffe enthalten sind, auf die unsere Wahrnehmung programmiert wurde. Das Ergebnis: Übergewichtige Industriegesellschaften – gleichzeitig im Überfluss lebend und doch an Mangelerscheinungen leidend. Wie stark wir durch Farben in unserem Essverhalten und unserer Befindlichkeit gesteuert werden, belegen auch Studien über die Farbigkeit von Pillen und Kapseln. Werden Farben und Wirkung einer Tablette oder Kapsel richtig kombiniert, wirken diese Medikamente deutlich stärker bis hin zu Placebo-Effekten.
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Blaues Essen?
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Warum gibt es keine blauen Lebensmittel? Weil wir instinktiv bei blauen Lebensmittel an Verderbnis denken. Verdorbenes Fleisch bekommt eine grau-bläuliche Färbung und kann bei Verzehr zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. In diesem Zusammenhang ist auch der häufige Ekel vor Fleisch bei Frauen in den ersten Schwangerschafts-Monaten zu interpretieren. Vielen schwangeren Frauen wird schon beim Geruch von gebratenem Fleisch übel. Die Ursache: Der Verzehr von schlechtem Fleisch würde zu einer Fehlgeburt führen. „Gutes“ Fleisch ist deshalb immer schön rot und wird notfalls mit Lebensmittelfarbe „getunt“ oder mit rotem Licht angestrahlt. |  |
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Kakaobohne als Stresskiller
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Wenn Sie also wieder einmal unbändige Lust auf Süßes verspüren, stillen Sie Ihr Verlangen mit frischen, unbehandelten Früchten – am besten direkt vom Baum oder Strauch. Und wenn der Stress Sie zur Naschkatze werden lässt, dann nehmen Sie Schokolade mit einem hohen Kakao-Anteil. Denn in der Kakaobohne steht der Stresskiller, nicht im Zucker. |  |
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Abnehm-Tipp
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Ein Geheimtipp für die Raumgestaltung: In einem orangen oder roten Esszimmer ist der Appetit erheblich höher als in einem kühlen Ambiente. Kalte Farben machen nicht nur Hitzköpfe umgänglicher, sondern helfen Ihnen auch beim Abnehmen. Nicht ohne Grund sind alle Fastfood-Restaurants in warmen Farben (meist Rot und Orange) gestaltet. Doch auch die Mehrheit aller Restaurants bewegt sich im Farbkreis in einer warmen Grundfarbigkeit kombiniert mit warmen Materialien. |  |
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Claudia M. Berghofer
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