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Althergebrachtes in die Zukunft tragen

Er ist der Ratschenbauer. Der Mann, der eine alte Tradition lebendig hält. Franz Ederer, Tischlermeister und Wagner, pflegt in der Steiermark ein Handwerk und ein Brauchtum, das in Vergessenheit zu geraten droht. Er baut Ratschen aus Holz, mit denen Kinder zu Ostern, wenn die Glocken schweigen, zum Gebet aufrufen.


23.07.2013

ZU OSTERN FLIEGEN DIE GLOCKEN NACH ROM

Früher gehörte es zu Ostern dazu, dass die „Ratschenbuam“ durch den Ort zogen und mit ihren laut knatternden Holzinstrumenten und Ratschensprüchen die Menschen an die Messe erinnerten. Nachdem die Glocken zum letzten Mal am Gründonnerstag zum Gloria geläutet hatten, nahmen die Ratschen ihren Platz ein, bis die Glocken am Karsamstag wieder „aus Rom zurück kehrten“.

30 VERSCHIEDENE MODELLE…

Mein Interesse für die Ratschen hat der Kapellmeister von St. Kathrein geweckt, der eine Jugendblasmusikkapelle gegründet hatte und mit ihr den alten Brauch des „Ratschens“ in der Osterzeit wieder aufleben lassen wollte“, erzählt Franz Ederer, wie er zum Ratschenbauer wurde. Er fand eine alte Ratsche am Dachboden der Volksschule und baute sie nach. 13 weitere Modelle entdeckte er in einer Diplomarbeit. Noch einmal 13 erfand er selbst, sodass er mittlerweile fast 30 verschiedene Ratschen im Repertoire hat. Je nach Bauart teilt er diese in sieben Hauptgruppen ein: die Flügelratsche, Klapperratsche, Fahnenratsche, Schubkarrenratsche, Hammerratsche, Kastenratsche und Brettratsche. Sie funktionieren alle etwas anders, sehen alle etwas anders aus, haben aber einen gemeinsamen Zweck: laut sein.

… EIN LACK

Auch beim Material gleichen sich alle Modelle: „Ich nehm immer Eschenholz, das ist das härteste“, sagt Franz Ederer. Es funktioniere aber auch Buche oder sogar Tanne, auf jeden Fall verwendet er aber nur heimisches Holz. Für eine einfache Ratsche braucht der Ratschenbauer etwa zwei Stunden. Für kunstvollere, aufwändigere aber auch manchmal mehrere Tage. Perfekt ist jede Ratsche erst, wenn sie auch ihr ADLER-Finish bekommen hat. Ederer lackiert jedes Stück mit farblosem ADLER Tiropur im Glanzgrad G90. „Du musst das lackieren, weil es schön sein muss, glatt sein und glänzen soll“, erklärt Franz Ederer ganz einfach auf die Frage, ob alle Ratschen so lackiert werden. Na bitte. Und da greift er als Tischler natürlich zu einem Lack von ADLER.

 

Nur in seinen Ratschenbaukursen für Kinder verzichtet Franz Ederer der Einfachheit halber auf die Lackierung. Hier geht es ihm vor allem darum, die Menschen zusammen zu bringen und die Tradition des Ratschenbauens an die Jugend weiter zu geben. Er ist einer der letzten Ratschenbauer des Alpenraums, aber auch ein Botschafter seiner Tradition. Von seiner Werkstatt und seinem Heim in St. Kathrein am Offenegg aus, das auf 1.000 Meter Höhe in einem der größten geschlossenen Almgebiete Europas liegt, trägt er die Begeisterung für das österliche Ratschen ins Land hinaus.

 

Zum Produktkatalog: ADLER Möbel- und Holzlacke

Zur Website: www.ratschenbauer.at

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