
Diese Bretter bedeuten nicht nur die Welt – sie bringen uns die Welt in all ihren Facetten direkt vor unsere Haustüre. Und öffnen uns die Augen für ihre Weite. So gesehen gleicht der Weg ins Theater dem Weg in ein neues Universum. Da bietet es sich doch an, selbigen auch entsprechend zu inszenieren – wie es das Wiener Architekturbüro t-hoch-n für eine außergewöhnliche Spielstätte im westlichen Weinviertel gemacht hat. Sie schufen den passenden Rahmen für körperliche und geistige Bewegung im künstlerischen Raum. Mit einladenden Elementen und wegweisender Gestaltung.
In einem alten Streckhof in Guntersdorf, nahe der tschechischen Grenze, hatte das Theater Westliches Weinviertel (TWW) seit Mitte der 80iger-Jahre eine Heimat gefunden. Gezeigt werden Kleinkunst, Kabarett, kritisches Jugendtheater. Doch das ehemalige Bauernhaus war der zunehmenden Professionalität und den Ansprüchen des engagierten Schauspiel-Teams irgendwann nicht mehr gewachsen. Und sollte einem Umbau unterzogen werden, für den „t-hoch-n“ im Zuge eines Architekturwettbewerbs gemeinsam mit dem heimischen Planer Franz Fellinger junior die überzeugendste Lösung lieferten.
Entstanden ist signalkräftiges Kulturstätte, die trotz aller Modernität symbiotisch mit der historischen Bausubstanz harmoniert. Wie der entsprechende Faden zieht sich ein rotes Band durch das gesamte Gebäude – von den neuen, nun großzügigen, Künstlergarderoben über die Werkstatt- und Kostümräume bis hin zur Bühne im ehemaligen Heustadl. Eingesetzt hat die ausführende Tischlerwerkstatt Füchsl aus Glötzing dafür ADLER Innenlasur in einem kräftigen Rot – Farbton H116 „Herz“. Für den Außenbereich bot sich ADLER Lignovit-Color an.
Dank der an alte Theater-Tradition erinnernden Farbgebung und der klaren Formensprache hat das TWW nun eines erreicht. Es ist am Weg durch das langgezogene Straßendorf nicht zu übersehen: „Das keck vorspringende Vordach am schmalen Zugang ins Theater setzt ein markantes Zeichen zur Straße hin“, hebt Architekt Peter Wiesinger hervor. Durch den führt ein vollständig überdachter Weg. So können alle Besucher – praktisch unter dem roten „Teppich“ - trockenen Fußes das Theater durchqueren und kennenlernen, mit Gästen und Künstlern ins Gespräch kommen, einander begegnen. Bis zum Ende - der Bühne. Oder vielmehr dem Anfang.