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Das Boot in der Bucht

Das Boot in der Bucht

Fünf Meter. Was sind schon fünf Meter? Fünf Meter misst ein Krokodil. Oder so manches Auto. Aber doch kein Einfamilienhaus? Von wegen: Fünf Meter breit, 35 Meter lang – das sind die Eckdaten eines Vorzeigebeispiels für urbane Verdichtung des Wiener Architekturbüros Caramel. Auf dieser schmalen, langgestreckten Fläche findet alles Platz, was das solitäre Wohnen ausmacht: Garage, Keller, Terrasse, Garten und eine Badewanne.

 

Der Traum vom Einfamilienhaus ist aus sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht ein Albtraum. Zu viel Platz, zu viele Ressourcen verbraucht so ein Bau. Immer? Nicht immer – wie Caramel Architekten in einem Wiener Vorstadt­bezirk eindrucksvoll unter Beweis stellen. Sie haben ein Haus errichtet, das alle Stückerln spielt – und zugleich vom Platzverbrauch her einem vier- bis fünfgeschoßigen Wohnbau nahe kommt. 

SCHMALES SCHIFF 

„Nutzflächendichte“ heißt das Zauberwort: Die liegt bei einem „normalen“ Einfamilienhaus bei verschwenderischen 0,2 bis 0,4. Caramel landeten bei 1: Sehr gut – in Zeiten von immer knapper und teurer werdenden Grundstücken. Verdichtung ist das Gebot der Stunde. Wie das geht, haben sich die Planer dort abgeschaut, wo Platz ebenfalls rar ist und deshalb perfekt genützt wird: Bei Booten und Yachten. So liegt das Wohnatelier wie ein eleganter Segler in seiner schmalen Bucht. Als strahlender „White Cube“, der sich nach dem Eintreten durch die Garage in einem Kino im Keller und einem Atelier fortsetzt.

VERSCHWINDEN STATT VERSCHWENDEN

Der Wohnbereich dahinter bietet viele Räume in einem Raum: Die Nutzungszonen ziehen sich, wie die Sichtbetonwände in Brettschalungsoptik und der mit ADLER Legno-Öl behandelte Eichenboden, über die gesamte Länge und mehrere Ebenen. Diese sind miteinander verbunden und verwoben. Jeder Winkel birgt Überraschungen: Die im Boden versteckte Badewanne, der in eine Sichtöffnung integrierte weiße Schreibtisch, lackiert mit ADLER Pigmopur und gefertigt von der Tischlerei Mayerhofer aus Chorherrn. Und natürlich die Küche: Dieses Design-Kunstwerk thront mitten auf der Treppe. Fächer und Laden verschwinden in den Stiegen, erscheinen – weil sie ebenfalls in geöltem Eichenparkett  gehalten sind – beinahe unsichtbar. Der Kochende dreht an einem Stehpult wie ein „DJ“ an den Platten und hat die Zügel fest in der Hand – weshalb die Planer auch auf den findigen Projektnamen „CJ 5“ (Cooking Jockey - fünf Meter) kamen.

VERKEHRTE WELT

Natürliches Herz des Vorstadt-Wohntraums ist das Gartenatrium – mit einem Zaubergriff verdrehten die Architekten die klassische Häuslbauer-Welt: Das Haus außen, der Garten innen. Möglich wurde dieses Kunststück natürlich erst durch die dreiseitige Anbaumöglichkeit an Brandschutzwände. Somit ist das kleine Fleckchen Grün samt Spa nun von außen gar nicht und von innen von überall her einsehbar. Eine (Blick-)Oase. Entspannen kann sich der Hausherr aber auch beim Blick auf die Strom- und Heizkosten: Das Gebäude bezieht seine Energie beinahe autark aus Photovoltaik und einer Luftwasserwärme-pumpe und entspricht somit Niedrigenergie-Kriterien. Dank der großzügigen, schlauen Dachglasflächen wirkt die von außen quasi geschlossene Raumskulptur trotzdem hell und licht. Das Vorzeigeprojekt zur städtischen Nachverdichtung ist ja auch ein Lichtblick: So lässt sich der Traum vom Einfamilienhaus mit reinem Gewissen erfüllen. 

Projekt Fakten
Objekt
Einfamilienhaus auf 5x35 Metern
Verwendete Produkte
Planer
Architekturbüros Caramel
Ausführende Firmen
Tischlerei Mayerhofer

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