Rotes Juwel im Grünen – Kita Parkstraße Stuttgart | © Zooey Braun
Innenräume

Rotes Juwel im Grünen

Kinder brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Keine Berge an Spielsachen. Keine Rundum-Bespaßung. Keine multimediale Dauerberieselung. Was Kinder wirklich brauchen sind Frei-Räume: Gut geschützt nach außen, im Inneren aber offen, ungezwungen und mit viel Platz zum Spielen und Basteln, zum Austoben und Träumen. Getreu dieser Philosophie hat das Stuttgarter Büro Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten die neue Kita im Park in ihrer Heimatstadt gestaltet: schlicht und natürlich, bezaubernd einfach und bezaubernd schön.

Rotes Juwel im Grünen – Kita Parkstraße Stuttgart | © Zooey Braun
Rotes Juwel im Grünen – Kita Parkstraße Stuttgart | © ADLER
Rotes Juwel im Grünen – Kita Parkstraße Stuttgart | © ADLER

Die Stuttgarter Raitelsbergsiedlung war eines der großen Wohnbauprojekte der baden-württembergischen Landeshauptstadt in der Zwischenkriegszeit: Schlichte viergeschoßige Häuserzeilen, angeordnet in der Form eines Tortenstücks, eingebettet in eine weitläufige Grünanlage. Wo die denkmalgeschützte Siedlung in den angrenzenden Park übergeht, sollte – anstelle eines längst aufgelassenen Kindergartens – eine neue Kindertagesstätte für die Familien der Siedlung entstehen. Ein Bauprojekt unter erschwerten Rahmenbedingungen: Denn unter der Grünanlage verbirgt sich eine große Bunkeranlage aus Kriegszeiten. „Aus Gründen der Statik kam deshalb von vornherein nur ein Leichtbau aus Holz in Frage“, erklärt Architekt Jochen Günzler.

Naturverbunden

Die Leichtigkeit, die wegen der Statik notwendig war, haben die Architekten von Birk Heilmeyer und Frenzel auch zum gestalterischen Motiv gemacht. Während sich die Holzfassade gegen die angrenzende Straße verschlossen gibt, öffnet sich der zweistöckige Bau nach Süden zur Gartenseite hin: Durch großzügige Glasfronten im Erdgeschoß, durch die schmale, überdachte Loggia im oberen Stockwerk und durch zwei Freitreppen, die den angrenzenden Spielplatz zu umarmen scheinen. Diese Offenheit setzt sich auch in den Innenräumen fort: Die vier Gruppenräume, allesamt zur Gartenseite hin angeordnet, sind ebenso lichtdurchflutet wie die Aufenthaltsräume ein Stockwerk darüber. Die hohen, hellen Räume bieten ihren jungen Bewohnern viel Freiraum zum Spielen und Toben, die Akustik-Holzdecken des Holz-Profis Lignotrend garantieren, dass der Lärmpegel nicht zu hoch ansteigt: Durch ihre spezielle Oberflächenstruktur und ihre Ausstattung mit schallabsorbierenden Holzfasern sorgt die umweltfreundliche Deckenverkleidung für ein auch in akustischer Hinsicht angenehmes Raumklima.

Blühendes Leben

So schlicht und geradlinig sich das Gebäude in seinen äußeren Formen gibt, so konsequent und außergewöhnlich ist das Farbkonzept, das Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten gewählt haben. In den Innenräumen setzt sich die Farbwelt der umgebenden Grünanlage fort: Die Wände so hell wie der Sand am Spielplatz, Böden und einzelne Wandelemente im satten Grün von Wiesen und Hecken, die Decke im naturbelassenen, hellen Farbton der Weißtannen-Paneele. Durch eine Beschichtung mit der farblosen, umweltfreundlichen Innenlasur ADLER Lignovit Interior UV 100 sind die Akustik-Decken dauerhaft vor Vergilbung geschützt. Die Gestaltung der Außenfassade sorgt dagegen für einen markanten Kontrast mit dem umgebenden Grün: Während moderne Holzfassaden sich häufig in Braun- oder Grautönen präsentieren, haben die Architekten sich für ihre Kita im Park für ein sattes Rot entschieden: Die Fichtenholz-Schalung wurde vom Holzbauunternehmen Schaible aus Wildberg-Schönbronn mit der bewährten Holzschutzlasur Pullex 3in1 von ADLER im Farbton Rote Grütze beschichtet. Die Beschichtung – Imprägnierung, Grundierung und Deckbeschichtung in einem – punktet nicht nur durch ihre effiziente Verarbeitung, sondern auch durch ihre hervorragende Farbtonstabilität – kein Abblättern, kein Ausbleichen, keine unschönen Verfärbungen. Das satte Rot der Fassade spielt nicht nur elegant an die roten Fensterläden und Dächer der gegenüberliegenden Raitelsbergsiedlung an, es macht das Gebäude auch im Kontrast zur grünen Umgebung sichtbar. Das Rot „lässt das Gebäude wie eine Erscheinung im Park wirken und hebt es auf eine poetische Ebene“ – so würdigte die Jury zum Hugo-Häring-Preis 2020 das Farbkonzept des preisgekrönten Projekts. Man könnte auch sagen: Das Rot lässt die Kita strahlen wie eine Rose inmitten einer grünen Wiese – ein Sinnbild des blühenden Lebens, das in ihrem Inneren heranwächst.

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